ArchitekturJuly 1, 2026

Wie amenda entsteht — aus dem Alltag echter Architekturbüros

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Unsere Erfahrungen in zwei großen Architekturbüros

amenda ist aus einer Überzeugung heraus entstanden: die digitale Transformation in Architektur- und Planungsbüros voranzutreiben. Bevor Jamie und ich gegründet haben, haben wir diesen Alltag selbst erlebt — jeder von uns in einem großen Berliner Architekturbüro. Und dabei ist uns dasselbe aufgefallen: wie viel Zeit es kostet, sich durch die digitale Welt eines Büros zu navigieren und die Informationen und Daten zusammenzusuchen, die man gerade braucht — Daten, die in Zukunft nicht weniger, sondern eher mehr werden.

Wo liegen die aktuellen Kennzahlen zu diesem Projekt? Welches Foto dürfen wir für die Presse verwenden, und in welcher Auflösung? Wer hat damals die Wettbewerbsunterlagen zusammengestellt? Welche Referenzen passen zu dieser Ausschreibung? Jede dieser Fragen ist für sich harmlos. In der Summe geht viel Zeit verloren, die sonst für die wertvolle Arbeit am Entwurf und in der Planung eingesetzt werden könnte.

Struktur gibt es — aber die Pflege bleibt liegen

Zwei Dinge haben sich uns dabei besonders eingeprägt.

Das erste: In gewachsenen Büros gibt es durchaus eine dokumentierte Ordnerstruktur. Das Problem ist nicht, dass sie fehlt, sondern dass ihre Pflege im Alltag untergeht. Weil man von Projekt zu Projekt hastet, wird das konsequente Ablegen und Zuordnen von Daten selten vollständig eingehalten — und wenn ein Projekt zum Abschluss kommt, bleibt oft kaum Zeit, es sauber nachzuhalten. Die eigentliche Hürde ist dabei nicht das Aufräumen oder Löschen, sondern das disziplinierte Sammeln und Einsortieren, während der Kopf schon beim nächsten Projekt ist. Ein Büro-Wiki hilft hier spürbar: Es ist der richtige Ort, um nicht nur die Ordnerstruktur selbst zu beschreiben, sondern auch festzuhalten, wer für welche Pflege zuständig ist.

Das zweite hängt damit zusammen: Wenn man neu in ein Büro kommt, ist es schwer, die DNA des Büros zu erfassen. Welche Projekte prägen die Handschrift? Wie wird hier akquiriert, wie kalkuliert, wie dokumentiert? Dieses Wissen existiert, aber es ist nicht greifbar — es steckt in Gesprächen, in gewachsenen Gewohnheiten, in Dateien, die man erst finden muss, um sie zu verstehen. Und mit jeder Person, die das Büro verlässt, verschwindet ein Stück davon.

Das ist kein Werkzeugproblem. Kein weiteres Tool löst es. Es ist ein Datenproblem — und die Erkenntnis, dass strukturierte Daten die Grundlage für alles andere sind, ist derselbe Antrieb, mit dem wir bei netnauten die Bauindustrie digitalisieren.

Aus der Beobachtung wurde amenda

amenda ist die Antwort, die ich mit meinem Mitgründer Jamie darauf entwickele. Im Kern steht kein neues Tool, sondern eine büroindividuelle Projektdatenbank: ein gemeinsames Datenmodell, das das verstreute Bürowissen an einen Ort bringt und es unabhängig von einzelnen Personen macht. Eine Datenheimat, aus der sich alles andere speist — Referenzen, Portfolios, Ausschreibungs-Matching, die Website.

Aber der eigentliche Punkt dieses Beitrags ist nicht das Produkt. Es ist die Art, wie es entsteht.

Wir bauen nicht am Büro vorbei

Ich glaube nicht daran, Software für Architekturbüros am Schreibtisch auszudenken. Das Problem, das ich lösen will, habe ich im Büroalltag kennengelernt — und genau dort entsteht auch die Lösung.

Die Anforderungen an amenda kommen aus echten Büros. Ein großer Teil aus meiner Zeit und dem fortlaufenden Austausch mit David Chipperfield Architects, ein anderer über Jamie aus dem Alltag von Staab Architekten. Das sind keine abstrakten Feature-Wünsche, sondern konkrete Situationen: ein Referenzblatt, das zu lange dauert; eine Ausschreibung, bei der der Überblick über passende Projekte fehlt; ein Onboarding, das schneller gehen müsste. Aus solchen Situationen wird bei uns Funktionalität — und nicht umgekehrt.

Dazu kommen die Gespräche mit unseren Kundinnen und Kunden. Sie bringen ihre eigenen Fallbeispiele und Probleme mit, oft aus einer Perspektive, die wir selbst nicht hatten. Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, diesen Austausch ernst zu nehmen: zuzuhören, zu verstehen, welches Muster hinter einem konkreten Ärgernis steckt, und daraus etwas zu bauen, das mehr als einem Büro hilft. Viele dieser Geschichten werden wir künftig als Case Studies aufbereiten — weil die konkreten Beispiele oft mehr über den Nutzen erzählen als jede Feature-Liste.

Warum das der Weg ist

Software, die von Architekten für Architekten entsteht, ist ein Versprechen, das man leicht auf eine Website schreibt. Für uns bedeutet es einen konkreten Arbeitsmodus: nah an den Büros, aus dem echten Alltag heraus, im ständigen Rücklauf mit den Menschen, die die Plattform am Ende benutzen.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine Plattform, auf die heute über 1.000 Architektinnen und Architekten vertrauen — DSGVO-konform, mit Hosting und KI vollständig in Deutschland. Aber das Ergebnis ist nur so gut wie der Prozess dahinter. Und der beginnt jedes Mal wieder mit derselben Frage, die ich mir schon bei David Chipperfield gestellt habe: Warum ist das eigentlich so umständlich — und wie müsste es sein, damit es einfach funktioniert?

→ Mehr über die Plattform auf amenda.app oder direkt eine Demo anfragen. Und wenn Sie ein konkretes Problem aus Ihrem Büroalltag mitbringen, das wir verstehen sollten — sprechen Sie uns an.